Genfer Schema

Genfer Schema Definition

Das Genfer Schema ist ein Arbeitsbewertungssystem, das im Jahr 1950 auf einer internationalen Konferenz in Genf zum ersten Mal vorgestellt wurde. Als analytisches Verfahren der Arbeitsbewertung werden verschiedene Anforderungsmerkmale berücksichtigt, die anhand der Aspekte „Können“ und „Belastung“ definiert sind. Anhand der Kriterien werden die unterschiedlichen Anforderungen an die Mitarbeiter hinsichtlich der Arbeiten und der beruflichen Tätigkeiten kategorisiert. Mithilfe einer Talent Management Software können berufsbezogene Anforderungsprofile erstellt werden.

Genfer Schema - Anforderungsarten

Grobgliederung im Genfer Schema

Nach dem Genfer Schema werden die geleisteten Tätigkeiten der Arbeitnehmer anhand von vier Kriterien bewertet.

  • Geistige Anforderungen – umschließt das geistige Können und die Belastung, sowie die Denkprozesse der Mitarbeiter und die fachlichen Kompetenzen und Fähigkeiten
  • Körperliche Anforderungen – dazu zählen das körperliche Können und die physische Belastung der Arbeitnehmer. Es besteht ein direkter Bezug zur Muskel,- Nerven,- und Sinnesbelastung und die Geschicklichkeit eines Menschen
  • Verantwortung – die Verantwortung zeigt inwieweit Mitarbeiter auf ihrer Position für Sicherheit sorgen und Personalverantwortung übernehmen können
  • Umgebungseinflüsse – Betrachtung der Arbeitsbedingungen und Gegebenheiten wie Temperaturen, Nässe, Strahlung, Schmutz, Geräusche sowie andere Gefahren, mit denen der Arbeitnehmer während seiner Arbeitszeit konfrontiert wird

Anforderungsarten im Genfer Schema
Abb. 1: Anforderungsarten im Genfer Schema
Becker, Fred G. (2002): Lexikon des Personalmanagements. Über 1000 Begriffe zu Instrumenten, Methoden und rechtlichen Grundlagen betrieblicher Personalarbeit,  2. Aufl.

Feingliederung im Genfer Schema

Die oben beschriebenen Kriterien lassen sich nachfolgend feiner untergliedern:

  • geistiges Können und geistige Belastung
  • körperliches Können und körperliche Belastung
  • Verantwortung
  • Umgebungseinflüsse



Genfer Schema in der Praxis

Für jede der beschriebenen Kriterien können jeweils Anforderungen zugeordnet werden, die ein Arbeitnehmer für die Übernahme einer vakanten Stelle erfüllen muss.

  • Geistige Anforderungen: Schulabschluss, Ausbildung/ Studium, berufliche Qualifikationen und Weiterbildungen, Berufserfahrung, fachliche Fähigkeiten und Kenntnisse
  • Körperliche Anforderungen: Gesundheit, körperliche Fitness und Ausdauer, Körpergröße und Gewicht, Sehkraft (Tätigkeiten auf der Baustelle, Polizeidienst, Feuerwehr, Luftfahrt, etc.)
  • Verantwortung: Verantwortungsbewusstes Handeln, Übernahme von Personalverantwortung und Personalentscheidungen, Sozial- und Personalkompetenzen
  • Umgebungseinflüsse: Belastungsfaktor am Arbeitsplatz, Arbeit im Freien oder in geschlossenen Räumen ohne Tageslicht, Ableitung von zusätzlichen Maßnahmen zum Arbeitsschutz oder Gefahrenzuschläge auf das Arbeitsentgelt



Unterstützung der Arbeitsbewertung durch Software

Die Leistungen der Mitarbeiter können neben der Nutzung des Genfer Schemas auch über eine Personal Software bewertet und dokumentiert werden. Mit Hilfe der Software kann die Entwicklung der Mitarbeiter erkannt sowie Potenziale und mögliche Defizite identifiziert werden. Durch die Entwicklung von leistungsspezifischen Anforderungsprofilen wird die Arbeitnehmerbewertung in Anlehnung an das Genfer Schema digitalisiert und spürbar vereinfacht.