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19
Jan

Big Data im HR Management | People Analytics in der HR

Dr. Martin Völkl

Big Data gilt als der HR-Trend 2018, doch oft sind es die Führungskräfte, die sich gegen diesen Trend wehren. Hier stellt sich die Frage warum dies so ist. Werden Business Intelligence und People Analytics über eine Personal Software angewandt, so können Unternehmen schnell wichtige Erkenntnisse über beispielsweise die Qualifizierung von Bewerbern oder bestehenden Mitarbeitern erhalten und enorme Kosten können dadurch eingespart werden.

Was ist Big Data?

Egal ob wir Auto fahren, einen Film streamen, oder mit dem Smartphone Bilder schießen: der Datenberg wird immer größer und diesen Datenberg bezeichnet man als „Big Data“. Aus sämtlichen Bereichen wie Mobilfunk, Internet, Finanzindustrie, Energiewirtschaft, Gesundheitswesen oder dem Verkehr werden die Daten mit speziellen IT-Lösungen gespeichert, erhalten und ausgewertet. Vor allem aber geht es hierbei um die Erkennung von Nischenmärkten wie der Umwelt- und Trendforschung oder System- und Produktionssteuerung.
Das bedeutet, dass die Auswertung von Big Data ganz allgemein dazu dienen soll, unserer Gesellschaft neue Möglichkeiten und Chancen zu offenbaren.

Anwendungsgebiete und Einsatzmöglichkeiten

Die möglichen Einsatzgebiete und Anwendungsmöglichkeiten von Big Data sind sehr vielfältig. Einige Unternehmen z. B. nutzten Big Data für Bereiche der HR wie die Personalgewinnung oder Personalauswahl. Für Algorithmen, die bei der Rekrutierung und dem Bewerbermanagement helfen, werden beispielsweise Quellen wie Persönlichkeitstyp, Alter, Geschlecht, letztere Arbeitsstellen oder die Entfernung des Wohnorts genutzt. Diese Algorithmen basieren also auf Big Data, eben den Daten, die über einen Kandidaten im Internet gefunden werden können. Vor allem im Brand- und Talent Management kann Big Data mit nur wenig Aufwand erfolgreich genutzt werden.

Welchen Nutzen hat Big Data ?

Betrachtet man alleine Google, so scheint der Datenberg gigantisch. Zu jeder Frage die passende Antwort – dieses Prinzip steckt auch hinter Big Data. Doch ein großer Datenberg ist nicht das, was den Nutzern wirklich hilft. Vielmehr soll durch Big Data dem Nutzer eine rationale Entscheidungsgrundlage in Echtzeit gegeben werden. Der Datenberg wird demnach in kürzester Zeit verarbeitet, sodass der User einen Nutzen daraus beziehen kann und im besten Fall schneller an die Information kommt, die er gesucht hat.

Die Bedeutung von Big Data in der HR

„War for Talents“ dieser Begriff bzw. dieser Fakt hat die allgemeine Unternehmenskultur verändert. Personaler kämpfen nun regelrecht mit allen Mitteln, um die besten Talente für ihr Unternehmen zu gewinnen und zu halten, denn die Erkenntnis „dass ein Unternehmen nur so gut ist, wie seine Mitarbeiter“, ist in vielen Unternehmen mittlerweile angekommen. Das hat zur Folge, dass Unternehmen viel mehr Wert auf die Bewerber und deren Candidate Experience legen. Um die besten Bewerber zu gewinnen, ziehen Unternehmen immer öfter eine Bewerbermanagement Software zur Hilfe. Diese unterstützt Unternehmen aktiv bei der Bewerbersuche. Die Software filtert durch verschiedene Angaben von Daten der Bewerber und des Unternehmens, den besten Kandidaten heraus. Big Data bzw. die Auswertung, People Analytics genannt, ist somit zu einem wichtigen Teil des Recruitings für Unternehmen geworden.
Die Einsatzfelder von Big Data in der HR sind jedoch sehr vielfältig, so findet die Auswertung von Daten auch im Personal- und Mitarbeitermanagement Anklang.  So gehen die Einsatzfelder vom Personalmarketing über die Mitarbeitermotivation bis hin zum Gesundheits- und Nachfolgemanagement. Unternehmen werden bei der Erkennung und Förderung der Potenziale ihrer Mitarbeiter (Personalentwicklung) aktiv von Big Data unterstützt. Den Unternehmen fällt es somit oft leichter, den passenden Mitarbeiter für eine Aufgabe zu finden oder besondere Talente akribisch zu fördern und somit das gesamte Unternehmen voran zu bringen. Big Data wird für Unternehmen zunehmend bedeutsamer, weswegen auch eine HR Software, immer nützlicher für die Unternehmen wird. Wichtige Informationen und Daten, die das gesamte Unternehmen voranbringen, können online bearbeitet und ausgewertet werden.

People Analytics verändert das Personalmanagement

Die wohl größte Auswirkung von Big Data ist die deutlich höhere Transparenz in Bezug auf Prozesse und deren Ergebnisse. Hierbei ist interessant, dass man durch die Auswertung verschiedenster Daten, die Wichtigkeit und die Unwichtigkeit von Maßnahmen schnell und einfach erkennen kann. Wichtige Prozesse können schneller gefördert und Unwichtige schneller eingestellt werden.
Die momentane Situation in vielen Unternehmen ist, dass Problemstellungen formuliert und definiert werden müssen. Die Daten müssen mühevoll zusammengetragen werden und eine manuelle Analyse muss durchgeführt werden. Die anschließenden Ergebnisse werden aufwändig interpretiert und ausgewertet.

Mit People Analytics wird eine Problemstellung definiert, ein Untersuchungsdesign und relevante multiple Datenquellen festgelegt. Mithilfe der Analyseergebnisse können wirksame Entscheidungen getroffen werden. Hierbei nutzen People Analytics verschiedenste Datenerfassungsmethoden, beziehen aber auch Daten aus Personal Software Lösungen und sozialen Netzwerken in die Analyse mit ein.
Je nach verfügbaren Daten können somit verschiedenste Mitarbeiter kategorisiert, Risiken und Chancen frühzeitig erkannt und Trends vorhergesagt werden. Mithilfe von Big Data und People Analytics können Bewerber treffsicherer gefunden werden, Weiterbildungsmöglichkeiten genau an den Lernenden angepasst werden und in Echtzeit die Stimmung in einem Unternehmen einsehen werden.
Das wesentliche Ziel von Big Data und People Analytics ist, dass die gesamte Auswertung und Analyse in Echtzeit passiert und Unternehmen somit schnell den größten Nutzen hieraus beziehen können.

Die Vorteile von Big Data im HR

Big Data bietet für die HR vor allem die Chance, die gesamte Produktivität zu erhöhen. Schon bei der Rekrutierung und dem Bewerbermanagement kann die Auswertung der Daten der Bewerber von Vorteil sein, um schneller einen geeigneten Kandidaten einzustellen.
Aber auch die Auswertung der bestehenden Mitarbeiter, kann ein Unternehmen voran bringen. So können bei bestehenden Mitarbeitern Fähigkeiten, Kompetenzen und Talente erkannt werden, Kündigungen vorhergesagt oder gesamte Abteilungen besser gefördert werden. Diese Möglichkeiten beruhen alle auf Big Data, denn die Analysen im eigenen Unternehmen geraten oft in Vorzug und mit der Auswertung der Daten werden Chancen geboten, die bislang nicht möglich waren.
Defizite können beispielsweise frühzeitig erkannt und behoben werden. Die gesamte Unternehmensstruktur bleibt stabil.

Big Data kann die HR aber nicht ersetzen

Ein möglicher Grund dafür, dass Big Data noch nicht so recht in den Unternehmen angekommen ist, könnte die Befürchtung sein, dass sowohl Personaler, als auch Recruiter von einem Analyse-Tool ersetzt werden könnten und bald arbeitslos sein würden.
Diese Befürchtung ist nicht komplett aus der Luft gegriffen, jedoch bedarf es steht’s der menschlichen Expertise, um das Beste aus Big Data zu machen. So kann ein Bewerber beispielsweise aufgrund seiner Daten noch so gut auf ein Unternehmen wirken, lernt man Ihn jedoch menschlich kennen, so passt er überhaupt nicht auf die zu besetzende Stelle.
Big Data soll jedoch keine Menschen ersetzen, sondern die Menschen unterstützen und die HR-Arbeit leichter und effizienter gestalten. Wenn Unternehmen zu dieser Ansicht gelangen und sich auf die Möglichkeiten und Chancen unserer Zeit und Big Data einlassen, so werden sie schnell erkennen, wie schnell die Produktivität des Unternehmens durch Big Data in der HR gesteigert wird.

 

 

 

Bild: © natali_mis / adobestock

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