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17
Nov

Work-Life-Balance: Vereinbarkeit von Freizeit, Familie und Beruf

redaktion

Viele Menschen sehen den Feierabend als Erleichterung und Beginn von etwas „Schönem“. Der Begriff “Work-Life-Balance” ist daher in den letzten Jahren immer populärer geworden. Doch was bedeutet “Work-Life-Balance” tatsächlich und ist es wirklich möglich einen Ausgleich zwischen Leben und Arbeit zu schaffen?

Work-Life-Balance: Definiton

Work-Life-Balance (dt. =Arbeit-Leben-Balance) bezeichnet ein Gleichgewicht zwischen Arbeit und Leben. Hierbei handelt es sich um die Ausgeglichenheit zwischen dem zeitlichen Aufwand und der Anstrengung des Berufs- und Privatlebens. Ziel ist es, eine Balance zwischen beiden Bereichen zu schaffen und nicht alle Kraft und Energie an die Arbeit „zu verschwenden“. Die Zeit für privates und Freizeit, um ein ausgeglichenes und glückliches Leben führen zu können, steht hierbei Vordergrund.

Die Bedeutung von Work-Life-Balance

Der Gedanke, der hinter Work-Life-Balance steckt, ist sehr viel komplizierter, als dass man ihn einfach mit einem Gleichgewicht beschreiben könnte. So bedeutet Work-Life-Balance viel mehr als nur eine neue und intelligente Fusion in der sich stets wandelnden und verändernden Berufs- und Alltagswelt. Die betrieblichen Maßnahmen, bezogen auf die Work-Life-Balance, zielen darauf ab, unter Berücksichtigung privater, sozialer, kultureller und gesundheitlicher Bedürfnisse, den beruflichen Erfolg vieler Angestellter zu ermöglichen.
Das Konzept beschreibt also, dass Unternehmen bzw. Betriebe Raum für die sich wandelnden und verändernden Anforderungen einer Lebensführung der Angestellten schaffen und zu erhalten versuchen.   

Der Ursprung der Work-Life-Balance

In den letzten Jahrzehnten veränderten sich die Ansprüche der Gesellschaft enorm. Sowohl die Anforderungen an das Berufsleben als auch die gesellschaftlichen Werte, wie die Bedeutung einer Familie oder erfüllende Lebenspläne, befinden sich stetig im Wandel.
Mit der Generation Y trat eine viel kritischere Generation in die Arbeitswelt ein, als mit Generation X. Jedoch fanden bei Generation X auch schon Veränderungen im Denken statt, welche sich auch auf die Anforderung an die Arbeitswelt auswirkten. So war ein Haushalt, in dem beide Partner berufstätig waren, zur Norm geworden und auch wurde der Beruf nicht nur als Zweckmittel zum Geldverdienen gesehen. Ein Haus, ein schickes Auto und ein Jahresurlaub waren fester Bestandteil der Vorstellung eines perfekten Lebens. Jedoch musste der angestrebte Wohlstand auch durch entsprechende Jobs finanziert werden und diese Jobs verlangten meist viel Engagement und Opferbereitschaft. Opferbereitschaft daher, dass man auch bereit sein musste Überstunden zu machen und auch am Wochenende zu arbeiten, um ein Projekt beispielsweise fertig zu bekommen. Freizeit wurde umso wichtiger für die Generation X und Arbeiten immer mehr zu einer Anstrengung.

So entstand das Konzept der Work-Life-Balance: ein Ausgleich zwischen Arbeitsleben und Privatleben muss gegeben sein, um ein glückliches und erfülltes Leben führen zu können.

Mit dem Eintritt der Generation Y in die Arbeitswelt, gewann dieses Konzept immer mehr an Bedeutung. Generation Y ist die persönliche Freiheit, auch am Arbeitsplatz enorm wichtig und so ist eine Work-Life-Balance entscheidend für ein erfülltes Leben von Generation Y.

Das Problem der Work-Life-Balance

Prinzipiell klingt das Konzept der Work-Life-Balance erstmal nicht schlecht, schließlich ist das Ziel ein glückliches und erfülltes Leben.
Jedoch trennt das Konzept Arbeiten und Leben deutlich voneinander ab. Das bedeutet, dass das Arbeiten und der gesamte Arbeitsalltag nicht zum eigentlichen Leben dazugehören. Das würde bedeuten, dass man den Teil des Tages, an welchem man arbeitet, nicht richtig lebt, sondern das Arbeiten zu einem separaten, externen Teil des eigentlichen Lebens macht.
Hier entsteht die Problematik des Konzepts der Work-Life-Balance. Wenn man Arbeiten nicht als Teil seines Lebens anerkennt, sondern eher als etwas sieht, dass mühselig herumgebracht werden muss, damit nach Feierabend das wahre Leben beginnt, kann man nicht glücklich werden. Außerdem in einer Zeit, in der man durch Smartphones  stetig überall erreichbar ist, fällt es noch schwerer eine klare Linie zwischen Arbeit und Leben zu ziehen.

Viel wichtiger wäre es doch, das Arbeiten nicht als separaten Teil des Lebens zu sehen, sondern viel mehr als wichtigen Bestandteil des eigenen Lebens.

Der entscheidende Punkt dabei ist, dass man eine Arbeit findet, die man nicht separieren muss. Das Ziel sollte sein, einer Arbeit nachzugehen, der man täglich gerne nachgeht, die einen erfüllt und hinter der man einen Sinn erkennt, sodass die Arbeit mit dem Privaten verschmilzt und nicht wie dem Work-Life-Balance-Konzept nach balanciert oder ausgeglichen werden muss. Natürlich ist Freizeit enorm wichtig, damit man sich um die Familie kümmern oder einem Hobby nachgehen kann, jedoch sollte die Arbeit ebenso erfüllend wie das Privatleben sein. Man sollte sich nicht täglich zur Arbeit quälen und am Wochenende diese Qual ausgleichen. Stattdessen sollte man ausgeglichen und erfüllt in das Wochenende starten können, um so viel mehr Erholung daraus zu schöpfen.

Work-Life-Balance: Fazit

Es gilt also: Wer seinen Beruf oder seine Tätigkeit nicht „gerne tut“, der wird davon auch nicht erfüllt und folglich kein erfülltes Leben führen können.
Demnach sollte nicht, entsprechend dem Work-Life-Balance-Konzept, nach einem ausgeglichenen Verhältnis von Arbeit auf der einen und Freizeit auf der anderen Seite gesucht werden, sondern sollten Arbeit und Freizeit miteinander in Einklang gebracht werden.

 

Bild: © kamasigns/fotolia

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