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11
Sep

Personalmanagement – Digitalisierung lässt HR bedeutender werden

redaktion

Die fortschreitende Digitalisierung wird zukünftig auch weiterhin gravierende Umbrüche und Veränderungen in der Unternehmenslandschaft mit sich bringen. Das ist den meisten Unternehmen inzwischen klar geworden. Berufsfelder werden sich grundlegend verändern und es werden vermehrt Neue entstehen. Als Folge dieser Entwicklung lässt die Digitalisierung Human Resource und Personalmanagement in Unternehmen immer wichtiger werden.

Digitalisierung im HR Personalmanagement

In der Studie „The Skills Revolution“ der ManpowerGroup wurden im Juli 2016 weltweit 18.000 Unternehmen aus 43 Ländern befragt. Die befragten Arbeitgeber vertreten die Meinung, dass 65 % der Arbeitsplätze, die die Generation der Jahrgänge 1995 bis 2010 zukünftig innehaben werden, aktuell noch gar nicht existieren.

Die nachfolgende Grafik, in Anlehnung an die Studie, spiegelt die zukünftige Veränderung der Berufswelt in Unternehmen wieder. Gerade im Bereich Personal und Personalmanagement wird ein Mitarbeiteranstieg von 20 % prognostiziert. Im Bereich IT sind es sogar 26 %. Vor allem in den Bereichen Finanzen und Buchhaltung sowie Produktion und Herstellung wird die fortschreitende Digitalisierung zunehmen bestehendes Personal ersetzen und somit auch der Anstieg an Mitarbeitern in diesem Bereich zukünftig zurückgehen.

Grafik über die Veränderung der Berufswelt und im Personalmanagement

Personalmanagement muss vermehrt auf Veränderungen der Digitalisierung reagieren

Damit das Personalmanagement gezielt auf die Veränderungen der fortschreitenden Digitalisierung reagieren kann, werden die Integration neuer und veränderter Arbeitsfelder sowie die gezielte Weiterbildung von Arbeitnehmer und ein lebenslanges Lernen innerhalb des Unternehmens zukünftig unerlässlich sein.

Studie zum Personalmanagement: HR-Report 2017

Digitalisierung und die Auswirkungen auf die Personalabteilung und das Personalmanagement eines Unternehmens untersucht der „HR-Report 2017“, der Unternehmensberatung Hays AG, in dem 591 Unternehmen aus Deutschland, Österreich und der Schweiz befragt wurden.

Die drei Top-Personalmanagement-Themen in Deutschland:

  • Top 1: Flexibilisierung der Arbeitsstrukturen (39 %)
  • Top 2: Vorbereitung der Mitarbeiter auf die digitale Transformation (34 %)
  • Top 3: Weiterentwicklung der Unternehmenskultur (32 % )


Die drei Top-Personalmanagement-Themen aufgeteilt nach Positionen:

PositionTop 1Top 2Top3
Vertretung der GeschäftsführungWeiterentwicklung der Unternehmenskultur
(47 %)
Mitarbeiterbindung
(39 %)
Flexibilisierung der Arbeitsstrukturen
(37 %)

Führungskräfte PersonalmanagementAusbau der Führung
(42 %)

Förderung der Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter
(42 %)

Vorbereitung der Mitarbeiter auf die digitale Transformation
(36 %)


Führungskräfte FachabteilungenFlexibilisierung der Arbeitsstrukturen
(37 %)
Weiterentwicklung der Unternehmenskultur
(36 %)
Ausbau des Talent Managements sowie Vorbereitung der Mitarbeiter auf die digitale Transformation
(35 %)

Mitarbeiter ohne PersonalverantwortungFlexibilisierung der Arbeitsstrukturen
(40 %)
Förderung der Beschäftigungsfähigkeit der Mitarbeiter
(36 %)
Flexibilisierung der Arbeitsstrukturen sowie Vorbereitung der Mitarbeiter auf die digitale Transformation
(33 %)

 

 Quelle: „HR-Report 2017“ der Unternehmensberatung Hays AG



Bei Betrachtung der Priorisierungen, unter Beachtung der verschiedenen Unternehmenspositionen, werden die deutlichen Interessensunterschiede der Bereiche sichtbar. Mitarbeiter ohne Personalverantwortung sind besonders an einer Flexibilisierung der Arbeitsstrukturen und der eigenen Vorbereitung auf digitale Herausforderungen und Veränderungen interessiert. Im Gegensatz dazu ist gerade für Führungskräfte im Personalmanagement der Ausbau der Unternehmensführung besonders wichtig. Im Vergleich zu den anderen Unternehmenspositionen sehen lediglich die Vertreter der Geschäftsführung die Mitarbeiterbindung mit 39 % als wichtiges Thema des Personalmanagements an.

 

HR-Report 2017: Die wichtigsten HR-Themen/Handlungsfelder (2011-2016)

 Grafik über HR-Handlungsfelder im Personalmanagement

Bei Untersuchung der wichtigsten Handlungsfelder des Personalmanagements aus den Jahren 2011 bis 2016 sind bereits deutliche Unterschiede innerhalb eines relativ kurzen Zeitraums erkennbar. Das Handlungsfeld der „Flexibilisierung der Arbeitsstrukturen“ ist zwischen 2011 und 2016 um 23 % gestiegen, wohingegen der Ausbau der Unternehmensführung aktuell für weniger wichtig angesehen wird und um 27 % gesunken ist. Auch die Bindung eines Mitarbeiters zum Unternehmen nimmt von 43 % in 2011 auf 30 % in 2016 an Wichtigkeit ab.


HR-Report 2017: Schwerpunktthema Digitalisierung

Im Speziellen untersucht der „HR-Report 2017“ auch das Schwerpunktthema Digitalisierung. Als größte Herausforderung der Digitalisierung in der Arbeitsorganisation sehen 58 % der Befragten die zunehmende „Komplexität in der Zusammenarbeit“. Zudem empfinden 53 % der Arbeitgeber die „Anpassung der bestehenden Führungskultur an neue flexible Arbeitsmodelle“ als große Herausforderung der Digitalisierung. Auch die „Anpassung der Unternehmenskultur“ bringt laut 44 % der Unternehmensvertreter eine große Herausforderung mit sich.


HR-Report 2017: Ergebnisse für das Personalmanagement

Das grundlegende Ergebnis der Studie „HR-Report 2017“ ist die deutliche Verschiebung von bestehenden Prioritäten in den Personalabteilungen zahlreicher Unternehmen, die auf Grund der zunehmenden Digitalisierung, immer wichtiger werden. Diese Entwicklung der Digitalisierung wird sich auch in den nächsten Jahren durch zunehmende Veränderungen im HR bemerkbar machen


Bild: © Jirsak/iStock

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