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Sep

Professionelles Offboarding | Expertentipps für Ihr Unternehmen

redaktion

Wenn ein Mitarbeiter ein Unternehmen verlässt ist dies nie eine freudige Angelegenheit. Obgleich er gekündigt wurde oder eine Kündigung einreichte, beide Seiten haben mit einer Kündigung einiges zu verlieren. Vor allem Unternehmen selbst sollten das Offboarding nicht außeracht lassen: Zwar verliert ein Unternehmen einen Arbeitnehmer, jedoch eröffnen sich gleichzeitig einige Chancen für ein Unternehmen, welche unbedingt genutzt werden sollten. Beim Offboarding ist demnach wichtig, einen guten letzten Eindruck beim Betroffenen zu hinterlassen, sodass er weiterhin positiv von seinem ehemaligen Arbeitgeber spricht, was wichtig für die Arbeitgebermarke ist.

Oft, wenn man an eine Kündigung denkt, denkt man an einen tobenden Streit zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber und am Ende lassen beide Parteien kein gutes Haar mehr aneinander. Das Prinzip des Offboarding will genau diesen Zustand verhindern und aus einer Kündigung Nutzen beziehen.

Tipps für ein gutes Offboarding:

Tipp 1: Ohne offene und ehrliche Kommunikation kein sauberes Offboarding

Unwichtig ist, ob das Unternehmen die Kündigung einreichte oder der Arbeitnehmer, am Anfang jedes Offboarding Prozesses steht eine offene und ehrliche Konversation. Es ist wichtig, dass beide Seiten ihre Position klar machen können und die Gründe für die Kündigung offen ausgesprochen werden.

Wenn der Arbeitnehmer kündigte, so ist es ratsam die Gründe für sein Verlassen ernst zu nehmen und mögliche Verbesserungsvorschläge hieraus zu beziehen. Schließlich möchte man nicht die gesamte Belegschaft verlieren und sollte daher versuchen, mögliche Mängel auszugleichen, die der Betroffene anspricht. Das Herausfiltern möglicher Verbesserungsvorschläge ist ein Teil des Offboarding. Jedoch sollte stets vorab versucht werden auf die Wünsche und Verbesserungsvorschläge der Belegschaft einzugehen, sodass es gar nicht bis zu einer Kündigung kommt.

Geht die Kündigung vom Unternehmen aus, so ist es stets wichtig seinen Arbeitnehmer frühzeitig zu informieren. Handelt es sich bei der Kündigung z. B. um einen Leistungsabfall des Mitarbeiters, so ist es wichtig ihn darüber in Kenntnis zu setzen und ihm vor der Kündigung noch einmal die Chance zu geben, sich wieder zu verbessern. Ebenso bei einer Kündigung aus wirtschaftlichen Gründen, wie der Abbau von Stellen aufgrund von fehlenden Mitteln, ist es auch wichtig dem Betroffenen frühzeitig Bescheid zu geben, sodass er sich darauf einstellen kann und nicht „überrumpelt“ ist von den schlechten Nachrichten.

In jeglichen Fällen ist es wichtig, umgehend den weiteren Ablauf zu besprechen. Für ein sauberes Offboarding sollten alle offenen Fragen wie restliche Urlaubsansprüche oder ob der Mitarbeiter freigestellt wird geklärt werden.


Tipp 2: Kein seriöses Offboarding ohne seriösen Arbeitgeber

Das Prinzip des Offboarding besagt, dass es wichtig ist, dass Unternehmen sich nicht von ihrem gekündigten Mitarbeiter abwenden, sondern ein Ansprechpartner und Dienstleister bis zum Vertragsende bleiben. Beim Offboarding ist  es daher wichtig, dass der Gekündigte sich nicht „verstoßen“ von der Firma fühlt. Ein Interesse an der Arbeit des Gekündigten kann beim Offboarding  helfen dem Gekündigten das Gefühl zu geben, dass er trotz der Kündigung ein wichtiger Bestandteil des Unternehmens sei. Wenn der Betroffene beispielsweise haargenau seinen täglichen Arbeitsablauf und Tätigkeiten dokumentiert, so dient dies nicht nur dem Gekündigten, indem die Firma Interesse an seiner Arbeit zeigt, sondern auch das Unternehmen bezieht einen entscheidenden Vorteil draus: durch das genau Dokumentieren bekommt das Unternehmen eine reale Darstellung der Tätigkeit für die künftige Stellenausschreibung und eine mögliche Analyse, wie sich das Arbeitsumfeld gewandelt hat. Dies kann für Verbesserungen im Unternehmen nützlich sein.

Beim Offboarding ist die Aufgabe von Unternehmen, weiterhin eine Anlaufstelle und Partner für den Betroffenen zu sein. Wenn dieser das Gefühl hat, dass das Unternehmen, trotz Kündigung, ihm bei allen Fragen offen steht und er dennoch wichtig ist, wird er dies in den meisten Fällen mit einem motivierten Mitagieren bei der geplanten Übergabe danken.


Tipp 3: Der Letzte Eindruck ist die Verabschiedung

Ein entscheidender Teil des Offboarding ist die Verabschiedung vom Gekündigten. Natürlich ist es wichtig, dass der Betroffene an seinem letzten Arbeitstag alle firmeneigenen Gegenstände wie Stempelkarte oder Türschlüssel, abgibt. Dies sollte jedoch nicht im Vordergrund seines letzten Arbeitstages stehen. Wenn etwa zu diesem Zeitpunkt noch ein gutes Verhältnis mit dem Gekündigten besteht, so ist es an der Firma eine ordentliche Verabschiedung durchzuführen. Dies bedeutet, wenn möglich alle Mitarbeiter zusammenzurufen, ein paar nette und dankbare Worte zu dem Mitarbeiter zu sprechen, eventuell ein letztes Geschenk kann überreicht werden. Dies schnürt zusätzlich das positive Verhältnis, trotz Kündigung.

Abschließend kann man sagen, dass Firmen das Offboarding unbedingt nicht außeracht lassen sollten. Einen gekündigten Mitarbeiter, sollte man nicht schnell loswerden wollen, sondern er sollte in Würde gehen können. Das positive Verhältnis zwischen dem Unternehmen und seinem ehemaligen Mitarbeiter sollte auch nach Ende des Arbeitsverhältnisses bestehen bleiben.

 

Bild: © leremy/AdobeStock

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